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Redaktion Baulio

Energieberater & Handwerksexperten

Handwerker Stundensatz 2026: Was kostet ein Handwerker pro Stunde?

Handwerker Stundensatz 2026: Tabelle mit 12 Gewerken (30–130 €/h). Warum Preise steigen, Tipps zum Sparen und wann ein Pauschalpreis besser ist.

Stundensätze nach Gewerk: Die große Übersicht 2026

Die Stundensätze im Handwerk variieren je nach Gewerk, Region und Qualifikation erheblich. Hier eine aktuelle Übersicht für 2026: Maler und Lackierer berechnen 40 bis 60 Euro pro Stunde, Fliesenleger 45 bis 65 Euro, Tischler und Schreiner 50 bis 70 Euro, Sanitärinstallateure 55 bis 75 Euro, Dachdecker 55 bis 80 Euro, Heizungsbauer 55 bis 80 Euro, Maurer und Betonbauer 50 bis 70 Euro, Zimmerer 55 bis 75 Euro, Elektriker 55 bis 80 Euro, Klempner 50 bis 70 Euro, Schornsteinfeger haben feste Gebührensätze nach KÜO, und Gebäudeenergieberater berechnen 80 bis 130 Euro pro Stunde. In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Hamburg liegen die Preise 15 bis 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auf dem Land sind die Stundensätze niedriger, dafür fallen höhere Anfahrtskosten an. Die genannten Preise verstehen sich als Bruttopreise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Handwerker Stundensatz 2026 nach Gewerk
GewerkStundensatzAnfahrt
Elektriker50–90 €30–60 €
Sanitär/Heizung55–95 €35–65 €
Maler35–55 €20–40 €
Dachdecker55–85 €40–70 €
Fliesenleger45–70 €25–50 €
Schreiner50–80 €30–55 €
Zimmerer55–85 €35–60 €

Warum Handwerkerpreise 2026 weiter steigen

Die Handwerkerpreise sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen — und dieser Trend setzt sich 2026 fort. Der wichtigste Treiber ist der Fachkräftemangel: Aktuell sind in Deutschland rund 250.000 Stellen im Handwerk unbesetzt. Diese Verknappung des Angebots bei gleichzeitig hoher Nachfrage — insbesondere durch die Energiewende — treibt die Preise. Dazu kommen steigende Tariflöhne: Die Tarifabschlüsse 2025/2026 sehen Lohnsteigerungen von 3 bis 5 Prozent vor. Im Elektrohandwerk stiegen die Löhne um 4,2 Prozent, im SHK-Handwerk um 3,8 Prozent. Auch die Materialkosten spielen eine Rolle: Kupfer, Stahl und Kunststoffe sind gegenüber 2023 um 10 bis 20 Prozent teurer. Nicht zuletzt wirken sich höhere Energiekosten, steigende Versicherungsprämien und die allgemeine Inflation auf die Kalkulation der Betriebe aus. Handwerksbetriebe müssen diese Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

5 Tipps, um bei Handwerkerkosten zu sparen

Trotz steigender Preise gibt es effektive Möglichkeiten, die Handwerkerkosten zu reduzieren. Erstens: Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Gesamtpreis, sondern auch die einzelnen Positionen. Zweitens: Nutzen Sie die Nebensaison — Dachdecker sind im Winter günstiger, Heizungsbauer im Sommer. Die Preisunterschiede können 10 bis 20 Prozent betragen. Drittens: Übernehmen Sie einfache Vorarbeiten selbst, zum Beispiel Möbel rücken, alte Tapeten entfernen oder den Bauschutt entsorgen. Das spart 2 bis 4 Arbeitsstunden. Viertens: Bündeln Sie Aufträge — wenn der Elektriker ohnehin kommt, lassen Sie gleich alle offenen Arbeiten erledigen. Die einmalige Anfahrtspauschale (30 bis 80 Euro) fällt dann nur einmal an. Fünftens: Nutzen Sie den Handwerkerbonus bei der Steuererklärung — 20 Prozent der Arbeitskosten (maximal 1.200 Euro pro Jahr) können Sie als Handwerkerleistungen nach §35a EStG absetzen. Materialkosten sind nicht absetzbar.

Pauschalpreis vs. Stundenlohn: Wann sich was lohnt

Bei der Beauftragung eines Handwerkers stehen Sie vor der Wahl: Stundenlohn oder Pauschalpreis? Beide Abrechnungsmodelle haben Vor- und Nachteile. Der Stundenlohn eignet sich für kleinere Reparaturen und Arbeiten, deren Umfang schwer abzuschätzen ist — etwa die Fehlersuche bei einer defekten Heizung oder das Beheben eines Rohrbruchs. Vorteil: Sie zahlen nur die tatsächlich geleistete Arbeit. Risiko: Bei unvorhergesehenen Komplikationen steigen die Kosten. Der Pauschalpreis empfiehlt sich für klar definierte Projekte wie eine Badsanierung, den Einbau einer Küche oder die Installation einer Solaranlage. Der Handwerker kalkuliert einen Festpreis auf Basis des Aufmaßes — Mehrkosten trägt er selbst. Achten Sie beim Pauschalangebot auf vollständige Leistungsbeschreibungen und klären Sie vorab, welche Zusatzleistungen nicht enthalten sind. Grundsätzlich gilt: Je besser Sie den Arbeitsumfang beschreiben können, desto sicherer fahren Sie mit einem Pauschalpreis.

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