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Redaktion Baulio

Energieberater & Handwerksexperten

Wärmepumpe Kosten 2026: Preise, Förderung & Vergleich

Was kostet eine Wärmepumpe 2026? Luft-Wasser ab 15.000 €, Sole-Wasser ab 20.000 €. BEG-Förderung bis 70 %, Betriebskosten und Vergleich mit Gasheizung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Kosten und Einsatzbereiche

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist 2026 der mit Abstand beliebteste Wärmepumpentyp in Deutschland — rund 85 Prozent aller neu installierten Wärmepumpen gehören zu dieser Kategorie. Die Gesamtkosten liegen bei 15.000 bis 25.000 Euro inklusive Installation. Der reine Gerätepreis beträgt je nach Hersteller und Leistungsklasse 8.000 bis 14.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten von 4.000 bis 8.000 Euro für Fundamentierung, Rohrleitungen, Pufferspeicher und Elektroarbeiten. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und eignet sich besonders für Bestandsgebäude, da keine aufwändigen Erdarbeiten nötig sind. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt typischerweise bei 2,8 bis 3,5 — das bedeutet, aus einer kWh Strom werden bis zu 3,5 kWh Wärme erzeugt. In gut gedämmten Neubauten mit Fußbodenheizung erreichen moderne Geräte sogar JAZ-Werte über 4,0.
Wärmepumpe Kosten 2026 im Vergleich
TypAnschaffungBetrieb/JahrFörderung
Luft-Wasser15.000–25.000 €1.000–1.500 €Bis 70 %
Sole-Wasser20.000–35.000 €800–1.200 €Bis 70 %
Wasser-Wasser25.000–40.000 €700–1.000 €Bis 70 %
Gasheizung6.000–10.000 €2.000–2.800 €0 %

Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Kosten im Detail

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs und erreichen daher höhere Wirkungsgrade. Die Kosten liegen bei 20.000 bis 35.000 Euro — der Aufpreis gegenüber Luft-Wasser-Systemen entsteht durch die Erdbohrungen oder Flächenkollektoren. Eine Tiefenbohrung kostet je nach Bodenbeschaffenheit 50 bis 80 Euro pro Bohrmeter, für ein Einfamilienhaus werden typischerweise zwei Bohrungen zu je 80 bis 100 Metern benötigt. Die Genehmigung erfordert eine wasserrechtliche Erlaubnis. Flächenkollektoren sind günstiger (8.000 bis 12.000 Euro), benötigen aber eine große, unbebaute Gartenfläche — mindestens das 1,5- bis 2-fache der beheizten Wohnfläche. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser und ist mit JAZ-Werten von 4,5 bis 5,5 am effizientesten, erfordert aber einen Saug- und Schluckbrunnen. Die Investition lohnt sich vor allem bei hohem Wärmebedarf und guten geologischen Voraussetzungen.

BEG-Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss vom Staat

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht den Umstieg auf eine Wärmepumpe besonders attraktiv. Die Förderstruktur 2026 setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: 30 Prozent Grundförderung erhalten alle Antragsteller, die eine fossile Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent gilt für Eigentümer, die ihre funktionierende Öl-, Gas- oder Biomasseheizung freiwillig vor Ablauf der gesetzlichen Fristen austauschen. Zusätzlich gewährt der Einkommensbonus 30 Prozent für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro. In Summe sind maximal 70 Prozent Förderung möglich — bei einer 20.000-Euro-Wärmepumpe wären das 14.000 Euro Zuschuss. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit gedeckelt. Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) 2026 müssen Anträge vor Auftragsvergabe über das BAFA-Portal gestellt werden.

Betriebskosten: Wärmepumpe vs. Gasheizung im Jahresvergleich

Die Betriebskosten einer Wärmepumpe fallen deutlich niedriger aus als bei einer Gasheizung. Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und einem Heizenergiebedarf von 18.000 kWh benötigt mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3,2) rund 5.625 kWh Strom pro Jahr. Beim aktuellen Wärmepumpenstromtarif von durchschnittlich 26 Cent pro kWh ergeben sich jährliche Heizkosten von etwa 1.460 Euro. Zum Vergleich: Die gleiche Heizleistung mit einer Gasheizung (Wirkungsgrad 92 %) erfordert rund 19.500 kWh Gas. Bei einem Gaspreis von 11,5 Cent pro kWh entstehen Gaskosten von 2.243 Euro — plus die steigende CO2-Abgabe von aktuell 55 Euro pro Tonne (ca. 215 Euro jährlich für ein Einfamilienhaus). Die Wartungskosten liegen bei der Wärmepumpe bei 150 bis 250 Euro pro Jahr, bei der Gasheizung bei 200 bis 350 Euro inklusive Schornsteinfeger. Insgesamt spart die Wärmepumpe rund 1.000 Euro jährlich an Betriebskosten.

GMG und GEG: Was sich 2026 bei den Heizungsgesetzen ändert

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) prägen die Heizungslandschaft 2026 entscheidend. Seit dem 1. Januar 2024 müssen neue Heizungen in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude gelten gestaffelte Fristen: In Kommunen über 100.000 Einwohner greift die Pflicht ab Mitte 2026, in kleineren Gemeinden ab Mitte 2028. Das GMG ergänzt das GEG um verbindliche Sanierungsfahrpläne für die energetisch schlechtesten Gebäude (Effizienzklasse G und H). Bestehende Gas- und Ölheizungen dürfen weiter betrieben werden, bis sie 30 Jahre alt sind oder irreparabel defekt werden. Bei einem Heizungstausch ist die 65-Prozent-EE-Pflicht jedoch verbindlich. Die Wärmepumpe erfüllt diese Anforderung automatisch und ist daher die zukunftssicherste Lösung. Auch Hybridheizungen (Wärmepumpe plus Gas-Spitzenlast) gelten als konform.

Staatliche Förderung

Förderung für Heizung

KfW 458 bis 70 %BEG EM bis 15 %§ 35c EStG 20 %

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