Schritt 1: Dach prüfen — Ausrichtung, Neigung und Verschattung
Die Eignung Ihres Dachs ist der wichtigste Faktor für den Ertrag einer PV-Anlage. Die optimale Ausrichtung ist Süden mit einer Dachneigung von 30 bis 35 Grad — hier erzielt die Anlage den höchsten Jahresertrag von rund 950 bis 1.050 kWh pro kWp. Aber auch Ost-West-Dächer sind wirtschaftlich sinnvoll: Der Ertrag liegt etwa 10 bis 15 Prozent unter dem Süddach, dafür verteilt sich die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag — ideal für Eigenverbrauchsoptimierung. Norddächer sind generell ungeeignet. Prüfen Sie die Verschattung: Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude oder Dachgauben können einzelne Module beschatten und den Gesamtertrag deutlich senken. Moderne Moduloptimierer (Power Optimizer) oder Mikrowechselrichter minimieren den Verschattungseffekt. Die Dachstatik sollte von einem Fachmann geprüft werden — eine PV-Anlage wiegt 10 bis 15 kg pro m². Bei Dächern, die älter als 30 Jahre sind, empfiehlt sich eine Dachsanierung vor der PV-Installation, um die Module nicht nach wenigen Jahren wieder abbauen zu müssen.
Schritt 2: Strombedarf berechnen und Anlagengröße bestimmen
Die optimale Anlagengröße richtet sich nach Ihrem Stromverbrauch und Ihren Zukunftsplänen. Ermitteln Sie Ihren aktuellen Jahresverbrauch anhand der letzten drei Stromrechnungen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht 4.000 bis 5.000 kWh pro Jahr. Planen Sie Zusatzverbraucher ein: Eine Wärmepumpe benötigt 3.000 bis 6.000 kWh pro Jahr, ein Elektroauto (15.000 km/Jahr) rund 3.000 kWh, ein Stromspeicher verliert etwa 10 Prozent durch Umwandlungsverluste. Als Faustregel gilt: Installieren Sie so viele kWp, wie Sie jährlich MWh verbrauchen — also bei 5.000 kWh Verbrauch eine 5-kWp-Anlage. Mit geplanter Wärmepumpe und E-Auto steigt der empfohlene Wert auf 10 bis 15 kWp. Beachten Sie die 30-kWp-Grenze: Bis zu dieser Leistung profitieren Sie vom Nullsteuersatz und der vereinfachten Einkommensteuerbefreiung. Nutzen Sie Online-Ertragsrechner (z. B. PVGIS der EU-Kommission), um den erwarteten Jahresertrag Ihrer geplanten Anlage standortgenau zu simulieren.
Schritt 3: Mit oder ohne Speicher — die richtige Entscheidung
Die Entscheidung für oder gegen einen Batteriespeicher hängt von Ihrem Nutzungsprofil ab. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil bei 25 bis 35 Prozent — der Rest wird ins Netz eingespeist. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 Prozent. Die Faustformel für die Speichergröße: 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität pro kWp PV-Leistung. Für eine 10-kWp-Anlage wäre ein 10 bis 15 kWh Speicher passend. Die Kosten liegen 2026 bei 600 bis 750 Euro pro kWh — ein 10-kWh-Speicher kostet also 6.000 bis 7.500 Euro. Die Amortisation des Speichers allein dauert 10 bis 14 Jahre. Ein Speicher lohnt sich besonders, wenn Sie tagsüber wenig zu Hause sind und den Strom abends benötigen, variable Stromtarife nutzen möchten (Speicher laden bei günstigem Strom), oder eine Notstromversorgung wünschen. Wer hingegen tagsüber viel Strom verbraucht (Homeoffice, Wärmepumpe), kann auch ohne Speicher hohe Eigenverbrauchsquoten erreichen.
Schritt 4: Anbieter vergleichen und Angebote prüfen
Holen Sie mindestens drei Angebote von verschiedenen Installateuren ein. Ein seriöses PV-Angebot enthält: ein maßgeschneidertes Anlagenkonzept basierend auf einem Vor-Ort-Termin (nicht nur einer Satellitenansicht), eine detaillierte Komponenten-Aufstellung (Modultyp, Wechselrichter, Montagesystem, ggf. Speicher) mit Herstellerangaben und Leistungsdaten, eine Ertragsprognose für Ihren spezifischen Standort, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Eigenverbrauchsquote und Amortisationszeit, den Gesamtpreis inklusive aller Nebenkosten (Gerüst, Zähleranschluss, Netzanmeldung) und die Garantiebedingungen (Module: 25 bis 30 Jahre Leistungsgarantie, Wechselrichter: 10 bis 15 Jahre). Achten Sie auf die Qualifikation des Betriebs: Ist er bei der Handwerkskammer eingetragen? Hat er Referenzprojekte in Ihrer Region? Nutzt er zertifizierte Komponenten? Über Baulio können Sie lokale Solarteure in Ihrer Stadt vergleichen — diskret per Nachricht, ohne lästige Anrufe.
Schritt 5 & 6: Netzanmeldung und Förderung beantragen
Schritt 5 — Netzanmeldung: Jede PV-Anlage muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Der Installateur übernimmt in der Regel die Netzanmeldung und das Inbetriebnahmeprotokoll. Die Anmeldung umfasst: das vereinfachte Anmeldeverfahren für Anlagen bis 30 kWp, den Antrag auf Netzanschluss, die Abstimmung des Zählerkonzepts (Zweirichtungszähler) und die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (Pflicht innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme). Ohne Marktstammdatenregistrierung erhalten Sie keine Einspeisevergütung. Schritt 6 — Förderung: Beantragen Sie vor der Installation alle in Frage kommenden Fördermittel. Die Reihenfolge: zuerst prüfen, ob regionale Förderprogramme (Land, Kommune, Stadtwerke) verfügbar sind, dann ggf. den KfW-Kredit 270 über Ihre Hausbank beantragen. Die Einspeisevergütung beantragen Sie nach Inbetriebnahme automatisch über den Netzbetreiber. Der Nullsteuersatz wird direkt vom Installateur auf der Rechnung angewendet — Sie müssen nichts extra beantragen.